Back to News

DITA 2016: Studentinnen für demenzsensible Gestaltung ausgezeichnet

Kannst Du „Dementisch“? So lautete die Frage an Deutschlands angehende Innenarchitekten beim diesjährigen Ideenwettbewerb DITA – drapilux interior textile award. Aufgabe war es, eine demenzsensible Ausstattung für Pflegeheime zu schaffen. Das Thema trifft den Nerv der Zeit: Studierende der Fachrichtung Innenarchitektur und Architektur von 16 Hochschulen aus ganz Deutschland machten mit. Jetzt stehen die Gewinnerinnen fest. 

Diese sechs Studentinnen haben bewiesen, dass sie „Dementisch“ können: 

Auf Platz 1 wählte die Jury den Beitrag BEGLEITER von Mira Kapral und Elina Kreis, beide im 7. Semester der Fachrichtung Innenarchitektur an der Hochschule Mainz.

Platz 2 belegt ebenfalls eine Gruppenarbeit: HEIMATGEFÜHL von Magdalena Nemitz, Laura Schütze und Anna-Lena Müller, alle drei im 7. Semester an der Hochschule Coburg. 

Platz 3 belegt Swantje Reinke, im 12. Semester an der Hochschule Trier, mit ihrem Beitrag VORSICHT! FRISCH GESTRICHEN! 

Senioreneinrichtungen müssen für Zukunft vorbauen
Zum zweiten Mal hatte drapilux, einer der europaweit führenden Textilhersteller für den Objektbereich, den DITA ausgerufen. Initiator Dan Schmitz, Geschäftsführer der Schmitz-Werke, über die Beweggründe: „Alle drei Sekunden erkrankt auf der Welt ein Mensch an Demenz, und in Deutschland wird sich die Zahl der Demenz-Erkrankten bis 2050 verdoppeln, sollte keine wirksame Therapie gefunden werden. Senioreneinrichtungen müssen jetzt für die Zukunft vorbauen. Wir wollten mit der Auslobung dazu anregen, dass sich künftige Innenarchitekten oder Architekten mit dieser Entwicklung beschäftigen und neue Anwendungsmöglichkeiten moderner Textilien kreieren.“ Dieses Ziel ist erreicht: Dozenten machten den DITA zum Semesterthema, Studierende verfassten gar ihre Bachelorarbeiten dazu. 

Hochkarätige Jury und drei ausschlaggebende Kriterien
Die Jury, neben Dan Schmitz bestehend aus Bärbel Schönhof, Vizepräsidentin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Annette Weckesser, Redakteurin der renommierten Architektur-Fachzeitschrift AIT, Sylvia Overhoff, Innenarchitektin beim WIBU Wirtschaftsbund sozialer Einrichtungen Nord-West, und Prof. Rudolf Schricker, Innenarchitekt und Professor an der Hochschule Coburg, hatte sich die Auswahl aus den Entwürfen der 54 Teilnehmer nicht leicht gemacht. Ausschlaggebend für ihre Bewertung waren die Auseinandersetzung mit dem Thema, Kreativität und Innovation der Idee sowie die gestalterische Qualität des Entwurfs. „Die drei ersten Plätze konnten uns letztlich in allen Auswertungskriterien überzeugen“, so Dan Schmitz. Seine Marke drapilux steht für intelligente Materialien, die anders als gewöhnliche Stoffe Brand- und Schallschutzqualitäten aufweisen, Frischluft garantieren oder antibakteriell ausgerüstet sind. Diese Attribute der Textilien sorgen für hohe Raumqualität. „Den Studentinnen ist es in kreativer Weise gelungen, unserem Stoff neue Anwendungsmöglichkeiten zu geben und so etwas ganz Neues, Originelles und Hilfreiches für Pflegeeinrichtungen zu erschaffen.“

Preisübergabe im Pflegeheim
Am Freitag, den 14. Oktober, werden die sechs Preisträgerinnen ausgezeichnet. Die Preisübergabe findet dort statt, wo ihre Entwürfe auch wirklich eingesetzt werden können: in einem Pflegeheim. Das neue „Haus am Stadtpark“, ein Seniorenheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Peine, ist ein sogenanntes „Haus der vierten Generation“ mit sieben Hausgemeinschaften. Demente Menschen leben auf allen Etagen gemischt mit den anderen Bewohnern zusammen.